Was passiert, wenn der Wald geht?

Öffentliche Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative „Rettet den Wald – Schutzwald-Pleinfeld“ im Pfarrheim, am 28.2.2026, 19:30h.

Beim Vortrag „Was passiert, wenn der Wald geht?“ von Prof. Dr. Hussendörfer, 1. Vorsitzender des Bürgervereins Seenland-in-Bürgerhand im voll besetzen Pleinfelder Pfarrheim wurde deutlich:

Der Wald in  bzw um Pleinfeld herum und der Seenregion ist eine lebenswichtige Infrastruktur. 80 % der Wälder sind bereits geschwächt. Eine massive Rodung für ein Industriegebiet zwischen St. Veit und Pleinfeld gefährdet das Grundwasser, da ein Hektar Wald entscheidend zur Neubildung beiträgt und Hitzeinseln verhindert.

Der Professor warnte vor dem „Oasen-Effekt“: Rodung zerstört das Mikroklima, warme Luft strömt ungehindert ein, und der Wald kollabiert. Kurzfristiges wirtschaftliches Wachstum dürfe nicht über ein Ökosystem gestellt werden, das 100 Jahre zur Entwicklung braucht.

Auch der Bund Naturschutz mit seinem Kreisvorsitzenden Stefan Ballak zeigte sich besorgt, da unklar sei, was zwischen St. Veit und Pleinfeld geplant ist.

Bürger vor Ort engagieren sich für ihre Wälder

Die  anschließende Diskussion zeigte klar: Die Bürger wollen im Umfeld auch keine weitere Erwärmung in der Marktgemeinde Pleinfeld und des Brombachsees, keine Algenbildung und keinen Verlust von Erholungs-, Lärmschutz- und Klimafunktionen ihrer Wälder. Ebenso wurde u.a. auch von besorgten Bürgern das Thema Windräder im Wald angesprochen.

Mit seinem gut strukturiertem Vortrag, detailitertem Kartenmaterial und Folien bewies Professor Dr. Hussendörfer, wie sich die Lage in Pleinfeld und der näheren Umgebung, z.B. Weißenburg über Jahrzehnte bereits verschärft und verschlechtert hat. Statt neuer Versiegelung und Zerstörung existierender funktionierder Wald-Ökosysteme sei heute „Sparen beim Flächenverbrauch“ notwendig. „Der Wald sei keine Verhandlungsmasse – und ein Industriegebiet auf seine Kosten in Zeiten der Klimaerwärmung nicht mehr zeitgemäß“. Das müsste eigentlich ins Stammbuch der Kommunen und Bürgermeister vor Ort, meinte ein besorgter Pleinfelder Bürger. Gerade die Verantwortung gegenüber kommenden Generationen wurde betont.

Es stellt sich die Frage und zwangsläufig auch die Antwort ein, ob ein zusätzlicher Flächenverbrauch in der Seenregion – besonders in Pleinfeld – überhaupt notwendig ist und welche Alleinstellungmerkmale Pleinfeld mit dem Brombachsee und seiner reizvollen fränkischen Landschaft hat – sprich: ob man überhaupt Gewerbegebiete an allen vier Himmelsrichtungen brauche?

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