Leserbrief zum Artikel „Die unkonkrete Phase“
im Weißenburger Tagblatt vom 19. Februar 2026.
Ja, ich bin entsetzt. Pleinfeld ist meine Heimat, ich lebe und wohne hier gerne, Pleinfeld ist eine lebenswerte Marktgemeinde.
Und nun der Bericht im Weißenburger Tagblatt zu einem geplanten Gewerbegebiet zwischen Pleinfeld und St. Veit. Bis zu 20 Hektar Wald, circa 28 Fußballfelder groß, sollen dazu wohl gerodet werden. Ein Wald für alle Pleinfelder mit hohem Erholungswert, ein unverzichtbarer Naherholungsraum für Einheimische und Urlaubsgäste. Dieser Wald soll als „Reservefläche“ für gewerbliche Ansiedlungen, die nicht mal ansatzweise konkretisiert sind, geopfert werden.
Dass dieses (geplante) Vorhaben ausgerechnet in einem staatlich anerkannten Erholungsort vorangetrieben werden soll, der als nördliches Tor zum Naturpark Altmühltal gilt und das Fränkische Seenland vor der Tür hat, ist mehr als kritisch zu sehen. Wie glaubwürdig ist ein Tourismuskonzept, wenn gleichzeitig ein derart sensibler Waldbereich in direkter Nachbarschaft zum Naturfreundehaus Pleinfeld und nur rund einen Kilometer vom Waldcamping Brombachsee beziehungsweise 1,5 Kilometer vom Brombachsee entfernt massiv zerstört werden soll?
Die gesamte Natur-Infrastruktur von Pleinfeld wird dadurch radikal verändert, der Bereich zwischen Pleinfeld und St. Veit wird nicht mehr wiederzuerkennen sein. Während die Verantwortlichen das Projekt im Hinblick auf die bevorstehende Wahl kleinreden, entsteht der Eindruck, dass hinter den Kulissen über den Verkauf des Waldgrundstücks längst weiterverhandelt wird. Information beziehungsweise Kommunikation in Richtung Bürger, absolut Fehlanzeige! Dieses Vorgehen schürt Politikverdrossenheit und untergräbt das Vertrauen der Bürger in transparente Entscheidungsprozesse.
Planungen für ein Gewerbegebiet zwischen St. Veit und Pleinfeld sind sowohl vom Bürgermeister als auch vom Gemeinderat zu beenden. Vor allem müssen mögliche Grundstücksdeals, die die finanziellen Möglichkeiten der Kommune weiter strapazieren, gestoppt werden. Die 1,5 Millionen Euro Rückstellungen im Gemeindehaushalt sind ja wohl für den Grundstücksankauf gedacht, weitere immense Kosten für Planung, Erschließung etc. kommen hinzu.
Die Gemeinde hat schon genug negative Erfahrungen mit dem „Wohnpark-Projekt“ um die Ohren bekommen, das sollte schon mal reichen. Ernsthafte Alternativen in weniger sensiblen Bereichen mit besserer Verkehrsanbindung sind alternativ zu prüfen.
Wald, der einmal gerodet ist, kommt nicht zurück – doch genau dieser Wald macht die Lebensqualität in hohem Maße in unserer Region aus und ist ein Pfund, mit dem Pleinfeld nicht zuletzt auch im Tourismus werben kann. Wer ihn opfert, verspielt nicht nur wichtigen Lebensraum für Tier und Mensch, sondern auch Glaubwürdigkeit gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern!
Wally Schmitt, Pleinfeld